Kaum hat man sich an ein Modell gewöhnt, kommt schon das nächste. Die ersten acht Monate 2026 waren in dieser Hinsicht wilde Monate: Alle großen Labs haben nachgelegt, und Open-Source-Modelle aus China drängen nach. Hier habe ich die wichtigsten Releases des Sommers gesammelt, mit Daten, soweit ich sie verifizieren konnte.
OpenAI: GPT-5.6 als Dreierpack
Am 9. Juli 2026 stellte OpenAI die GPT-5.6-Familie vor, die unter Namen wie Sol, Luna und Terra läuft. Die Idee: Statt eines einzelnen Modells bekommst du abgestufte Varianten für unterschiedliche Anforderungen und Budgets. In Benchmarks wie Artificial Analysis mischt GPT-5.6 Sol aktuell ganz vorne mit.
Anthropic: Claude Opus 5
Am 24. Juli kam Claude Opus 5 von Anthropic. Damit setzt das Unternehmen seinen Rhythmus fort, die leistungsstärkste Opus-Linie zu erweitern, und durfte sich zeitweise über den Benchmark-Spitzenplatz freuen. Für Coding und Agenten-Aufgaben gilt die Familie weiterhin als erste Wahl.
- Claude Opus 5: veröffentlicht am 24. Juli 2026.
- Daneben kamen im Juli kleinere Ableger wie Claude Fable 5 und Mythos 5 hinzu.
Google und Gemini: mehr Tempo bei den Flash-Modellen
Google hat Ende Juli nachgezogen: Gemini 3.6 Flash und Gemini 3.5 Flash Lite erschienen am 21. Juli. Die Flash-Linie ist Googles Antwort darauf, KI schnell und günstig zu machen, während der große Kontext und die Multimedia-Fähigkeiten erhalten bleiben.
Die xAI-Offensive: Grok 4.5 und Grok 4.6
xAI hielt ebenfalls Schritt. Grok 4.5 kam am 8. Juli 2026 und wurde wie üblich zuerst in den USA angeboten, die EU folgte kurze Zeit später. Schon im August folgte mit Grok 4.6 ein Update mit dem Schwerpunkt auf langlebigen Agenten und interaktiven, visuellen Aufgaben. Interessantes Detail: Dahinter steckt inzwischen die aus der Falcon-Rakete bekannte SpaceX, das Unternehmen hat xAI übernommen und firmiert nun als SpaceXAI.
Open Source und das Ausland: Qwen legt nach
Nicht vergessen darf man die chinesischen Labs. Am 14. August 2026 brachte Qwen das Modell Qwen3.8-27B heraus, das zeigt, wie viel Leistung heute in kompaktere Modelle passt. Für Selbstbetreiber und Entwickler, die keine riesige Rechenleistung haben, sind solche Größenklassen zunehmend interessant.
Mein Eindruck
Was mich im Sommer am meisten beschäftigt hat: Die Abstände zwischen den Top-Modellen werden kleiner, während die Preisunterschiede bleiben. Das Rennen verlagert sich von der puren Leistung hin zu Geschwindigkeit und Kosten pro Million Tokens. Mein Rat: Wer gerade erst einsteigt, muss nicht mehr auf das jeweils neueste Modell warten. Die Modelle von vor einem halben Jahr reichen für die meisten Alltagsaufgaben locker aus, und keiner verliert etwas, wenn er erst abwartet, bis sich die neuen Releases eingependelt haben.