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Die Prompt-Bibliothek: 12 fertige Prompts zum Kopieren

27.08.2026 3 Min. Lesezeit #Prompt

Jeden Tag sitze ich vor ChatGPT, Claude oder Gemini und formuliere dieselben Anweisungen neu. Irgendwann habe ich angefangen, die guten Prompts zu sammeln – die, bei denen die Antwort auf Anhieb brauchbar war. Hier ist meine Auswahl, nach Anwendungsfall sortiert. Du kannst jeden Prompt direkt kopieren, die Platzhalter in eckigen Klammern ersetzen und fertig.

So ist ein guter Prompt aufgebaut

Fast jeder meiner Prompts folgt demselben Muster – daran kannst du dich auch halten, wenn du eigene baust:

  • Rolle: Wer soll die Antwort geben? (z.B. „Du bist ein erfahrener Texter“)
  • Kontext: Was muss die KI über die Situation wissen?
  • Aufgabe: Was genau soll sie tun?
  • Format: Wie soll die Antwort aussehen? (Liste, Tabelle, max. 150 Wörter)

Fehlt einer dieser Bausteine, rät die KI – und das merkt man der Antwort an.

Büro und E-Mails

  • Unangenehme E-Mail formulieren: „Formuliere eine freundliche, aber klare E-Mail an einen Kunden, der eine Zahlung seit [X Tagen] überfällig hat. Ton: höflich, kein Vorwurf. Maximal 120 Wörter, mit Betreffzeile.“
  • Lange Nachricht zusammenfassen: „Fasse den folgenden Text in 5 Stichpunkten zusammen. Nenne mir zusätzlich alles, was eine Antwort von mir erfordert. Text: [einfügen]“
  • Meeting-Protokoll in Aufgaben verwandeln: „Hier ist mein Meeting-Protokoll. Erstelle daraus eine To-do-Liste mit Verantwortlichen und Deadlines. Frage mich, wenn Informationen fehlen.“

Texte und Social Media

  • Text im eigenen Stil: „Schreibe den folgenden Absatz um, damit er locker und direkt klingt, wie eine Sprachnachricht an einen Freund. Erfinde keine Fakten – nur den Ton anpassen.“
  • Post-Varianten: „Ich habe ein Produkt: [Beschreibung]. Zielgruppe: [Zielgruppe]. Schreib 5 Varianten für einen Social-Media-Post, jede unter 100 Zeichen, mit unterschiedlichem Ton (neugierig, direkt, humorvoll).“
  • Headlines testen: „Hier ist mein Artikel über [Thema]. Generiere 10 Überschriften-Varianten. Markiere die drei stärksten und erkläre in einem Satz pro Variante, warum sie funktioniert.“

Lernen und Erklären

  • Kompliziertes einfach erklären: „Erkläre [Thema] so, als wäre ich 12 Jahre alt und hätte noch nie davon gehört. Nutze ein Alltagsbeispiel. Danach frag mich, was ich noch nicht verstanden habe.“
  • Lernplan bauen: „Ich will [Ziel] in [X] Wochen lernen, ich kann [Y Stunden] pro Woche investieren. Erstelle einen Wochenplan mit konkreten Übungen, beginnend bei meinem Stand: [Stand].“
  • Wiederholen mit Lücken: „Stelle mir 10 Fragen zu [Thema], eine nach der anderen. Warte auf meine Antwort. Wenn eine Antwort falsch ist, erkläre den Fehler kurz, statt direkt die Lösung zu verraten.“

Code und Technik

  • Code erklären: „Erkläre mir diesen Code Block für Block, ohne die Zeilen neu zu schreiben. Sag mir auch, wo er fehleranfällig ist. Code: [einfügen]“
  • Fehlermeldung entschlüsseln: „Ich bekomme diese Fehlermeldung: [Meldung]. Erkläre in einfachen Worten, was sie bedeutet, und nenne die 3 häufigsten Ursachen – sortiert nach Wahrscheinlichkeit.“
  • Refactoring mit Begründung: „Vereinfache diese Funktion, ohne das Verhalten zu ändern. Gib mir den neuen Code und eine Liste, was du geändert hast und warum.“

Was ich beim Kopieren gelernt habe

Die Prompts funktionieren selten auf Anhieb perfekt. Fast immer lohnt sich ein zweiter Durchgang: „Mach kürzer“, „weniger höflich“, „mit Zahlen belegen“. Das ist kein Zeichen von Schwäche – die besten Antworten entstehen im Dialog, nicht im ersten Wurf. Und: Je konkreter dein Kontext ist, desto weniger raten muss das Modell. Genau da scheitern die meisten generischen Prompt-Sammlungen aus dem Internet – sie liefern Bausteine, aber deine Situation kennen sie nicht.

Kleiner Tipp zum Schluss: Lege dir selbst eine eigene Datei mit Prompts an, die für dich funktioniert haben. Meine Liste wächst ständig – und nach ein paar Wochen merkst du, dass du fast immer am selben Grundgerüst weiterschreibst.